Verzögert die Natur den Beginn der Menopause?

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Verzögert die Natur den Beginn der Menopause?
zusammengefasst von Kimia Rounama
Hintergrund: Warum ist das wichtig?
Der Zeitpunkt der Menopause ist ein grundlegender Indikator für die Gesundheit einer Frau. Ein späterer Beginn der natürlichen Menopause wird positiv mit einer höheren Lebenserwartung und einer verringerten kardiovaskulären Sterblichkeit in Verbindung gebracht. Während Faktoren des Lebensstils wie Rauchen und körperliche Aktivität diesen Zeitpunkt bekanntermaßen beeinflussen, untersuchen Forschende zunehmend Umweltfaktoren, wie etwa den Zugang zu Grünflächen, die nachweislich das allgemeine körperliche und geistige Wohlbefinden verbessern.
Die Studie: Was wurde untersucht?
Diese Longitudinalstudie analysierte über einen Zeitraum von 20 Jahren Daten von 1.955 Frauen aus neun europäischen Ländern im Rahmen des European Community Respiratory Health Survey (ECRHS). Die Forschenden maßen die „grüne Umgebung des Wohnortes“, indem sie den durchschnittlichen Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) – ein satellitengestütztes Maß für Vegetation – innerhalb eines 300-Meter-Radius um den Wohnort jeder Teilnehmerin berechneten.
Zentrale Ergebnisse:
Spätere Menopause in grüneren Gebieten: Frauen, die in Vierteln mit der höchsten Dichte an Grünflächen lebten (4. Quartil), erreichten die Menopause durchschnittlich 1,4 Jahre später als Frauen in den am wenigsten grünen Gebieten (1. Quartil).
Verringertes Risiko: Eine Zunahme der Grünflächen am Wohnort war mit einem um 13 % geringeren Risiko verbunden, während des Untersuchungszeitraums in die Menopause zu kommen.
Stressabbau als Mechanismus: Die Forschenden legen nahe, dass der Aufenthalt in der Natur den Cortisolspiegel (das „Stresshormon“) senkt. Da ein niedrigerer Cortisolspiegel mit höheren Östradiolwerten verbunden ist, könnte diese Stressreduktion dazu beitragen, die Fortpflanzungshormone länger aufrechtzuerhalten und dadurch den Übergang in die Menopause zu verzögern.
Robuste Ergebnisse: Diese Erkenntnisse blieben auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie Luftverschmutzung, Verkehrslärm, Rauchgewohnheiten und sozioökonomischem Status stabil.
Schlussfolgerung für die Praxis:
Die Studie liefert neue Belege dafür, dass das Leben in einer grüneren Umgebung die reproduktive Alterung verlangsamen kann. Angesichts der rasanten weltweiten Urbanisierung unterstreichen diese Ergebnisse die Bedeutung städtischer Grünflächen – nicht nur zur Erholung, sondern als gesundheitspolitische Maßnahme zur Unterstützung der langfristigen Gesundheit und hormonellen Langlebigkeit von Frauen.
Referenz:
Triebner, K., Markevych, I., Hustad, S., Benediktsdóttir, B., Forsberg, B., Franklin, K. A., Gullón Blanco, J. A., Holm, M., Jaquemin, B., Jarvis, D., Jõgi, R., Leynaert, B., Lindberg, E., Martínez-Moratalla, J., Muniozguren Agirre, N., Pin, I., Sánchez-Ramos, J. L., Heinrich, J., Gómez Real, F., & Dadvand, P. (2019). Residential surrounding greenspace and age at menopause: A 20-year European study (ECRHS). Environment International, 132, 105088. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.105088
