Unsere Forschungsschwerpunkte

Altersdifferenzielle (soziale) Motivation

Basierend auf Selbstregulationstheorien der Entwicklung untersuchen wir die Rolle von sozialen Zielen für erfolgreiche Knüpfung und Aufrechterhaltung von sozialen Beziehungen bis ins hohe Alter. Dabei unterscheiden wir zwischen der Motivation, erwünschte soziale Zustände anzustreben (soziale Annäherungsziele), und der Motivation, unerwünschte soziale Zustände zu vermeiden (soziale Vermeidungsziele). Unsere Studien zeigen, dass soziale Annäherungsziele vor allem im jungen Erwachsenenalter für das Meistern von Entwicklungsaufgaben adaptiv sind, soziale Vermeidungsziele nehmen dagegen mit dem Alter an Adaptivität zu. Momentan fokussieren wir auf spezifische Mechanismen, die der altersdifferenziellen Adaptivität der sozialen Zielen zugrunde liegen. Basierend auf den Erkenntnissen aus den altersvergleichenden Studien entwickeln wir Interventionen, die darauf abzielen, adaptives soziales Verhalten im Alter zu fördern. 

Die Forschung zur motivationalen Orientierung weiten wir auch auf neue Bereiche aus, insbesondere auf den Bereich der Altersvorbereitung. Sind junge Erwachsene stärker durch Annäherungsziele und ältere Erwachsene stärker durch Vermeidungsziele motiviert, sich aufs Alter vorzubereiten? Erste Ergebnisse zeigen, dass die Antwort auf diese Frage davon abhängt, welche Lebensbereiche angesprochen werden. Ergebnisse dieser Forschung liefern wichtige Hinweise für die Altersvorsorgeberatung.

Antezedenzien und Konsequenzen von negativen Altersbildern

Ein weiterer wesentlicher Akzent unserer Forschung ist die Untersuchung von negativen Altersbildern, ihrer Antezedenzien und Konsequenzen. Altersbilder repräsentieren sowohl Stereotype über ältere Personen als Gruppe als auch die Antizipation des eigenen Alter(n)s. Wir untersuchen die Rolle von Erwartungen, die Menschen auf die Altersversorgung in ihrem Land haben. Erste Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass eine Diskrepanz zwischen Erwartungen und Realität der Versorgungssituation älterer Menschen negative Altersbilder hervorruft. Negative Altersbilder reduzieren wiederum die Bereitschaft, sich aufs Alter vorzubereiten. Damit hat diese Forschung wichtige gesellschaftspolitische Implikationen. 

Negative Altersbilder als Antezedenzien von sozialen Zielen bilden eine zweite Forschungsausrichtung in diesem Bereich. Gegenwärtig befassen wir uns mit der Frage, wie sich soziale Ziele von älteren Arbeitnehmenden verändern, wenn diese negative Altersstereotype verinnerlichen. Durch diesen Mechanismus können negative Altersbilder dazu führen, dass ältere Arbeitnehmende aus dem Arbeitsprozess ausscheiden, mit entsprechenden persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen.

Soziale Aktivitäten und Gesundheit im Alter

Die Anwendung von mobilen Technologien, die die Erfassung von sozialem und gesundheitsrelevantem Verhalten im Alter ermöglichen, steht im Fokus des dritten Forschungsschwerpunktes. Das Ziel ist es, den sozialen Kontext durch mobile Technologien zu erfassen und in Verbindung mit Gesundheitsverhalten zu bringen. Basierend auf Modellen der sozialen Kontrolle gesunden Verhaltens untersuchen wir die Frage, wie sich soziale Aktivitäten und Gesundheit im Alltag gegenseitig beeinflussen.  


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